Dichtung und Wahrheit – FLORAÏKU

Ein Duft als Gedicht, das Gedicht als Duft: Das olfaktorische Ergebnis dieser poetischen Idee ist ausgesprochen gelungen. Denn Clara und John Molloy, die Macher von MEMO PARIS, haben sich wieder auf die Reise begeben. Ihr Ziel war Asien, und entstanden ist nicht etwa eine weitere Kollektion, sondern ein neues Label: FLORAÏKU.

FLORAÏKU – der Name vereint FLORA, die Welt der Pflanzen, mit dem HAÏKU, einer klassischen japanischen Gedichtform. Das Haiku bannt einen einzigen, bestimmten Augenblick in Worte und verbindet ihn dabei mit Impressionen aus der Natur. Einfachheit ist seine Devise, und genau das gilt auch für die Komposition der neun Düfte. Kurze Formulierungen sind ebenso charakteristisch wie der ungewöhnlich hohe Anteil an natürlichen Pflanzenextrakten: Er beträgt mindestens 50 % und erklärt damit auch die FLORA im Namen. Diese beiden Merkmale, dazu poetische Situationen, „Zeremonien“ genannt, die mit den Düften ausgedrückt werden, machen FLORAÏKU zu etwas sehr Eigenständigem.

Was aber aus meiner Sicht die Schaffung eines neuen Labels weitaus stärker legitimiert, ist das neue Konzept des Shadowing™, das es in der Duftwelt bisher so noch nie gegeben hat. „Disruptiv“ nennen Clara und John ihre Idee – irritierend, Bestehendes infrage stellend. Denn FLORAÏKU umfasst zwei weitere Düfte, die einzeln neben jedem der neun Düfte aufgetragen werden können. Der Clou: Sie verleihen dem Basisduft einen Shadow, „Schatten“. Der Light Shadow addiert eine lichte und helle Note zum Basisparfüm, der Dark Shadow eine mystische, dunkle. Was mich am meisten beeindruckt ist, dass es so harmonisch funktioniert – ein Verdienst von Aliénor Massenet und Sophie Labbé, den großartigen Parfümeurinnen hinter FLORAÏKU.

Was die Verbraucher an FLORAÏKU neben dem Duft lieben werden: der praktische Aspekt. Der Deckel der aufwändig gestalteten Flakons kann auch als Taschenzerstäuber genutzt werden.

Ich freue mich sehr, dass wir bei will be a brand dieses wirklich hochexklusive Label im Oberpollinger anbieten können – und wünschen ihm den Erfolg, den es verdient.