Frühlingsgefühle?

Der Frühling lässt sein blaues Band – und so weiter. Hier in Berlin sprießen nicht nur die Blüten, sondern allüberall auch Frühlingsgefühle. Ein guter Grund, sich mal wieder den Pheromonen zu widmen – und ihrer vermeintlich aphrodisierenden Wirkung in Parfums, denn Pheromone sollen ihre Träger ja unwiderstehlich machen. Bei Pflanzen und Tieren weiß man, dass das funktioniert. Und wer „Das Parfum“ gelesen oder gesehen hat, weiß, was es beim Menschen auslösen könnte.

Leider (?) ist das alles Fiktion. Wissenschaftlich gibt es kein einziges Molekül, bei dem man nachweisen kann, dass es ein menschliches Pheromon ist. Auf Werbeversprechen dieser Art sollte man bei Düften also nicht hereinfallen. Das schließt natürlich nicht aus, dass es diese menschlichen Botenstoffe gibt. Für mich wäre die Sensation, wenn ein Parfümeur sie identifizieren würde – und nicht die Wissenschaft.

Pheromonrezeptoren hat man beim Menschen übrigens gefunden. Wir besitzen offenbar die Gene für fünf Stück. Zum Vergleich: Bei Tieren sind es Gene für 300. Diese verschwindend kleinen Rezeptoren – sie haben sich offenbar im Laufe der Menschheitsgeschichte zurückgebildet – sitzen beim Menschen in der Nasenscheidewand.

Auf ein Molekül, so las ich, soll einer der Rezeptoren tatsächlich reagieren: auf das synthetische Hedione, das ein wenig nach Jasmin duftet. Es steckt zum Beispiel in gs03 von biehl. parfumkunstwerke, in The Beautiful Mind Series Vol. 1, in Kinski Fragrance und Escentric02. Und dann gibt es auch noch Molecule01: Es wirkt, wie viele Menschen berichten, absolut pheromonisch – das darin verwendete Molekül Iso E Super in Reinform sorgt für unwiderstehliche Ausstrahlung (gilt aber nicht als Pheromon).

Wirklich aphrodisierend wirkt meiner Erfahrung nach aber zuverlässig dies: Wenn ein Duft wirklich zu seinem Träger oder seiner Trägerin passt.